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Hochschulgruppe Rostock

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Zwei Frauen mit einem gesunden Kind

26.06.2010

Mutter werden. Ohne zu sterben.

„Eine schwangere Frau steht mit einem Fuß im Grab und mit einem Fuß auf der Erde“, lautet ein afrikanisches Sprichwort. Jede Minute stirbt irgendwo auf der Welt eine Frau während der Schwangerschaft, bei der Geburt oder im Kindbett.

Kurzfilme zu Müttersterblichkeit im Peter-Weiss-Haus

Mehr als 500.000 Frauen jährlich verlieren so ihr Leben, wobei es sich in 80% der Fälle um vermeidbare bzw. behandelbare Komplikationen handelt. Die Amnesty International Hochschulgruppe möchte am 15. Juli ab 20 Uhr mit einer öffentlichen Aktion im Peter-Weiss-Haus auf diese schreckliche Situation aufmerksam machen. Schließlich ist es eine massive Menschenrechtsverletzung, nämlich des Rechts auf Leben und Gesundheit, die Millionen von Frauen weltweit betrifft.

In den westlichen Ländern liegt die Gefahr aufgrund einer Komplikation während der Schwangerschaft oder Geburt zu sterben bei eins zu 17.000, im Gegensatz dazu in Asien bei eins zu sechzig und in afrikanischen Ländern südlich der Sahara sogar bei eins zu acht! Gründe dafür liegen in schwerer Armut, fehlender Bildung, weiten Entfernungen zu Krankenhäusern und zugleich einer schlechten Infrastruktur. Zudem führen mangelnde medizinische Versorgung und eine zu geringe Anzahl an Ärzten und Hebammen zu dieser katastrophalen Situation. Ein Beispiel für solche Missstände ist das afrikanische Land Burkina Faso. Jährlich sterben hier aufgrund solcher entsetzlichen Bedingungen mehr als 2000 Frauen. Jeden Tag verlieren also fünf Frauen wegen der Folgen einer Schwangerschaft ihr Leben.

Bei veganer Küche und kühlem Getränken laden die Rostocker Amnesty International Hochschulgruppe, Soziale Bildung e.V. und der Allgemeine Studierendenausschuss der Universität Rostock dazu ein, mehr zu diesen unmenschlichen Verhältnissen zu erfahren. Interessante Kurzfilme und Dokumentationen sollen zum Diskutieren anregen und bei Bier und leckerem Essen über aktive Menschenrechtsarbeit informieren. Kaum jemand weiß, wie jeder etwas gegen solch globale Missstände tun kann.

Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sind ein wichtiges Instrument, um Einfluss auf politische Machthaber und Regierungen zu nehmen. An diesem Abend werden wir eine Aktion starten und bitten jeden Teilnehmer um das Mitbringen eines kleinen Stoffteils. In Burkina Faso, eines der Länder mit der höchsten Muttersterblichkeit, tragen Frauen sogenannte „Pagnes“, farbenfrohe Tücher, die zu Kleidern genäht oder umgewickelt werden. Bei der Geburt wird ein „Pagne“ auf das Bett der Mutter gelegt und das Neugeborene darin eingewickelt. Jedes Stoffteil, was ihr an diesem Abend zu einem großen Tuch beisteuert, steht für eine Mutter, die bei der Geburt sterben musste. An Ort und Stelle nähen wir ein großes Tuch, was später ausgestellt werden soll.

Jeder ist herzlich eingeladen.